Streckenzentralstellwerk Mathilde


Im ersten Stock des Stellwerkes angekommen, fällt der Blick bereits auf die große Spurplan-Stellwand. Den davor liegenden Bedienerpult noch umrunden und der virtuelle Fahrdienstleiter kommt in den Bereich seines Arbeitsplatzes. Dass der zuvor dort Dienst habende Kollege regelrecht die Flucht ergreift, hat nichts mit der Aufgabe zu tun, vielleicht muss er ja noch den nächsten Zug erreichen!

Die Stellwerks-Simulation Mathilde ist die Simulation der Fahrdienstleiter. Das Produkt braucht nicht auf dem PC installiert zu werden, es läuft direkt von der CD, wenn die Hardwarevoraussetzungen erfüllt sind.

Aber einfach Platz nehmen und die Züge steuern ist nicht. Zwar läuft die Simulation, insbesondere für den Anfänger frustrierend, auch ganz von allein ab, Probleme gibt's am Anfang nur, wenn der neue FDL eingreift. Dann allerdings bricht das pure Chaos aus.

Das bedeutet, am Anfang steht das Lernen. Das Einarbeiten in die Aufgaben des virtuellen Fahrdienstleiters. Sonst bricht der Zugverkehr schneller zusammen, als dem FDL lieb sein kann. Dass es nicht zu Unfällen kommt, verhindern die Bahnsicherungseinrichtungen. Allerdings können die Gedanken eines Tfz, der seit mehr als 6 Stunden am roten Signal wartet, nur erahnt werden...
Also ohne entsprechende, und auch zeitintensive, Einarbeitung in das Spurplan-Drucktastenstellwerk Mathilde, das
· Zentralstellwerk im Westen des Ruhrgebiets
· Liegt im Stadtgebiet von Oberhausen
· Spurplan-Drucktastenstellwerk der Bauart SpDr S 60 mit Nummerstellpult
· Stellbereich von Duisburg-Wedau und Duisburg-Hochfeld Süd im Süden, Überleitstelle Baerl auf der anderen Rheinseite im Westen, Bottrop Nord und Oberhausen Osterfeld Süd im Norden sowie Bottrop Süd und Bottrop Hbf im Osten
· Fast alle Strecken, die zum grossen Rangierbahnhof Oberhausen West führen, werden von Mathilde aus bedient
· Dazwischen liegen 14 ferngestellte bzw. ferngesteuerte Abzweigstellen und eine Überleitstelle
· Eine Zugleitstrecke mit Zugleitbahnhof DOM (OLGA) an der Landesgartenausstellung in Oberhausen
· Über 90 Weicheneinheiten
· Über 100 Signale
· Mehr als 700 Zugfahrten pro Tag
wird es nicht zur rechten Freude funktionieren.
Und dass es dann noch Züge gibt, für die eine besondere Lü-Meldung (Lademassüberschreitung), das sind Züge deren Ladung breiter als normal ist, sorgen für Abwechslungen in den Aufgaben des FDL. Der die Züge nicht nur sicher, sondern auch möglichst schnell durch den Aufgabenbereich schleusen muss.
Also zuerst die Zugmeldung entgegennehmen, dann die Fahrstrasse einstellen, die Weichen und zum Schluss die Signale stellen. In der Realität wäre dann noch die Zugmeldung (Übergabe) an den nächsten FDL-Kollegen erforderlich. So einfach ist es. Zumindest theoretisch. Dass der virtuelle FDL, in der Anfangsphase, Schwierigkeiten hat allein schon die richtigen Gleise zu finden, kann zu einem Geduldspiel werden und fordert den Bediener heraus.
Im System ist ein Selbststellbetrieb- und Zuglenkungssystem aktiviert, welches jedoch bei Bedarf deaktiviert werden kann. Dadurch funktioniert der Zugbetrieb auch weitgehend automatisch. Bei dieser Stellwerk-Simulation ist das Schwerpunktthema Güterverkehr, somit fällt die Bedienung von Fahrgastinformationsanlagen oder Zugansageanlagen komplett weg, die Vielfalt an Aufgaben und Bedienhandlungen jedoch ist trotzdem teilweise recht anspruchsvoll und auch unübersichtlich.
Aber zum Glück gibt es in der Simulation die Möglichkeit, mit jeder gewünschten Tageszeit ein- und natürlich auch wieder auszusteigen. Die Anzahl der Zugbewegungen und auch die von Verspätungen einzustellen. Und wenn gewünscht, kann sich der FDL nach der Schicht eine Bewertung vom Vorgesetzten anzeigen lassen. Wir empfehlen diese Funktion aber erst nach der Einarbeitungsphase anzuwenden.
Auch die direkte Steuerung von Zügen ist möglich, beschränkt sich aber im wesentlichen auf Geschwindigkeitsveränderungen. Anweisungen an die Tfz sind, wie in der Realität, selbstverständlich ebenfalls möglich und ergänzen die Aufgaben des FDL, der sich auch in den Nachtstunden nicht unterbeschäftigt fühlt.

Wir empfehlen diese Simulation allen die Spaß an der Aufgaben eines Disponenten der Bahn haben, ohne sich mit Lokfahren beschäftigen zu müssen.

Die Hardwarevoraussetzungen sind:
Pentium 100 MHz
SVGA-Graphikkarte (mindestens 800 x 600, 256 Farben)
16 Mb Arbeitsspeicher
50 Mb Festplattenspeicher
Soundkarte, CD-ROM-Laufwerk
Windows 95/98 (lief auch auf einem Testrechner mit Windows XP problemlos)
Empfehlenswert ist eine Bildschirmauflösung von 1024 x 768 mit mindestens 256 Farben.
Offizielle Bezugsquelle:
www.signalsoft.ch
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Horst Maile & Dirk Heinrich