Loco Mania
Die Zugsimulation

Testbericht
Die Installation
Erfolgte auf den Testrechnern völlig problemlos. Die Hardwarevoraussetzungen sind am Ende dieses Berichtes zu finden. Es müssen mindestens noch 750 MB Speicherkapazität auf der Festplatte vorhanden sein, um die Simulation installieren zu können. Die Installation selbst nahm relativ wenig Zeit in Anspruch.
Das Spielprinzip
In Loco Mania übernimmt der User die Rolle des Dispatcher. Das ist etwas mehr als der im deutschen vergleichbare Fahrdienstleiter. Der Dispatcher (wird so in Loco Mania aber nicht genannt) ist für den Zugverkehr auf einer "Karte" verantwortlich. Die Karte ist ein imaginärer Landkartenausschnitt, der Gebäude (Häuser, Städte, Industrie, Bahnhöfe) die entsprechende Landschaft (jede Karte ist mit einer individuellen Landschaft ausgestattet) und die dazugehörenden Bahngleise mit Signalen und Weichen enthält.


Die Landschaften wechseln in jeder Karte. So wird der User einerseits in die Wüste geschickt, dann wieder in grünes Weideland. Die Karten sind als Hauptbestandteil des Spieles aber sehr detailliert aufgebaut. Hier wird praktisch alles wiedergegeben, was vorkommen würde, wenn die Karte der Realität entsprechen würde. Die Karten sind sehr gut gemacht worden, hier haben die Entwickler nichts vergessen. Von aufwändigen Kunstbauten (Brücken), bis hin zu Flüssen und Seen.
Auf diese Karten kann der User direkt einwirken, z.B. durch Wettereinstellungen, Tageslicht, Schnee, Straßenbeleuchtungen und Wolken. Einige dieser Einstellungen kann in den Optionen direkt vorgenommen werden, andere ergeben sich aus der gewählten Simulation.
Der Blick auf die Karten erfolgt sowohl Dreidimensional als auch in Form einer 2D-Kartenübersicht. Dies ist aber auch erforderlich, um die Übersicht nicht zu verlieren. Alle wichtigen Elemente auf der Karte verfügen über eigene Soundquellen (realistische Geräuschkulisse der Industrieanlagen) als auch über verschiedene Hintergrundmusiken.


Die Kartendarstellung verdient Anerkennung, sie sind ausgezeichnet gemacht. So drehen sich beispielsweise die Räder der Züge und Wagen und auch der Rauch aus den Dampflokomotiv- und Industrieschornsteinen ist gut nachgebildet. Auch Schranken schließen sich. Die (einstellbare) hoch auflösende Grafik ist durchaus auf der Höhe der Zeit.
Auf dieser Karte ist es nun die Aufgabe des "Dispatcher" die Züge von "A" nach "B" fahren zu lassen. Dazu kann er Signale bedienen (Hp0 oder Hp1) und Weichen stellen. In Grunde übernimmt der User dabei die Aufgaben des Fahrdienstleiters, er stellt die Fahrstrasse mittels der Weichen ein und gibt die Fahrt frei.
Das hört sich aber einfacher an als es ist.
Die Aufgaben (Level)
Es gibt verschiedene Simulationsmodi. Wir erklären hier den Vorgang der voreingestellt ist.
Nach Spielbeginn und der Möglichkeit der individuellen Einstellungen über die Optionen kann das Spiel gestartet werden. Es öffnet sich die erste Karte (oder der erste Level). Erst wenn dieser erfolgreich absolviert ist, wird die nächste Karte freigeschaltet. Wir empfehlen an dieser Stelle erst die gut erklärten Tutorials durchzugehen, bevor mit der eigentlichen Simulation begonnen wird. Obwohl die Steuerung selbst nicht schwer ist und nach einigem Üben mühelos beherrscht werden kann, fehlen ohne die Erklärungen in den Tutorials einige wichtige Steuerungsmöglichkeiten, sofern der User nicht das Handbuch zu Rate zieht.
Das Level beginnt dadurch, dass sich Züge (einfahrend durch Tunnels) sich am Kartenrand bemerkbar machen. Die Züge zeigen das Ziel farblich markiert an warten. Die Aufgabe des Dispatcher ist nun die Fahrstrasse zum Ziel festzulegen und anschließend das Signal aus freie Fahrt zu stellen. Diese Vorgänge werden mit der Maus direkt an den Weichen durchgeführt und auch die Signale per Mauszeiger direkt an den Flügel- oder Lichtsignalen gestellt.


Insofern unterscheidet sich diese Simulation auch von anderen Produkten, dass hier kein Fahrtpult bedient werden kann, sondern die Aufgaben auf den Karten vorgenommen werden muß. Dazu kann sich der FDL verschiedener Hilfsmittel bedienen, wie Anfahrtwege anzeigen, 2D-Kartenansicht und schnelle Kartenansichten (doppelte Mausklicks).
Die Steuerung der Züge erfolgt ausschließlich indirekt, bei freier Fahrt fährt der Zug selbstständig los. Ist der Zug angefahren kann er erst wieder durch ein Signal (Vorsignale sind nicht vorhanden) zum Stehen gebracht werden. Lediglich die Rückwärtsfahrt ist durch einen Befehl Fahrtrichtungswendung sofort möglich.
Innenansichten aus dem Führerstand oder den Waggons sind nicht vorgesehen, ebenso können auch die Züge nicht zusammengestellt werden, hier weist das Produkt eindeutig in den Bereich des Fahrdienstleiters.
Die Züge selbst sind abwechslungsreich zusammengestellt und bestehen aus Güter- und Personenzügen. Hier kommt dann eine weitere Aufgabe dazu.
Während für den Güterverkehr nur die Durchfahrtstrecke (in der Regel) relevant ist, müssen Personenzüge bestimmte Bahnhöfe anfahren und dort halten. Welche Bahnhöfe das sind, wird ebenfalls durch ein Farbsymbol markiert. Vergessen werden darf dann nur nicht, am Bahnhof das Ausfahrtsignal auf Halt zu stellen. Eine bestimmte Wartezeit in den Bahnhöfen ist nicht vorgegeben.


Die Schwierigkeit besteht, neben dem immer anspruchsvolleren Kartendesign mit allen möglichen Gleisanlagen, in der stetig steigenden Zugfolge. So kommt es ohne weiteres vor, dass das Ausfahrttunnel mit einem ankommenden Zug bereits blockiert ist, noch bevor der Spielerzug den Tunnel erreicht hat. Kollisionen kommen nicht vor, ein heftiger Stau durchaus. Dann muß der Dispatcher eingreifen und durch Rückwärtsfahren (unter Umständen mehrere Züge) erst dem einfahrenden Zugverband den Weg freimachen. Passt der User dann nicht auf, weil er Weichen für die Rückwärts fahrenden Züge umstellt, und er einen weiteren Zug bereits auf die Strecke geschickt hat, ist ein Durcheinander ohne weitere möglich (und evtl. auch gewollt). Durch diese Vorgänge fesselt das Spiel des User vollständig und fordert auch die volle Konzentration.
Der Nachteil an diesem System ist das durch die jeweiligen Level immer gleiche Spielprinzip. Zwar wird durch die durchaus aufwändig gestaltete Kartendarstellungen eine Abwechslung erreicht, der Aufgabenbereich variiert dadurch natürlich nicht. Ein längeres, ununterbrochenes, Spielen war für die Testberichtautoren nicht möglich, hier ist die Konzentration zu sehr gefordert, wenn auf Dauer auch ein wenig einseitig.



Für jeden korrekt durchgeleiteten Zug gibt es Pluspunkte, bei mangelhafter Disposition (z.B. fehlender Halt an den Bahnsteigen) werden Punkte wieder abgezogen. Auf diese Weise ist eine Art High Score möglich, was sowohl Spielintern abgespeichert zur Verfügung steht, als auch im Internet auf der Homepage des Spieleherstellers veröffentlicht (und vergleichen) werden kann.
Durch speziell vorfahrtsberechtigte und zeitgebundene Züge können Extrapunkte gebucht werden. Hier lohnt es sich durchaus, einen anderen Zug auf einem der spärlichen Seitengleise warten zu lassen.
Neben dem zeitgebundenen Kartenlevel (Zeitangriff genannt), was standardmäßig vorgegeben ist und jeweils neue Kartendesign's freischaltet gibt es noch 3 weitere Auswahlmöglichkeiten.
Kontrollpunkt, hier muß der FDL so viel Züge wie möglich auf die Strecke bringen (10 min. Zeitvorgabe) und jeder ins Ziel gebrachte Zug gibt 1 min. zusätzlich.
Zeitangriff unbegrenzt, wie Zeitangriff, kann aber nur auf bereits freigespielten Karten durchgeführt werden und zuletzt
Freie Fahrt, ebenfalls nur auf bereits erspielten Karten und ohne Punktezählung. Hier ist auch immer nur ein Zug im Spiel.
Zusammenfassung
Dieses Produkt ist eine Zugsimulation aus Sicht des Fahrdienstleiters (oder Dispatcher) für einen größeren Streckenbereich.
Im Gegensatz zu Stellwerksimulatoren bewegt sich der User über einen kompletten Kartenbereich. Einen Stellwerkspult oder Übersicht über Signalstellungen hat der Spiel nicht. Hier muß direkt vor Ort per Maus der Fahrweg eingestellt und Signale bedient werden. Insofern richtet sich das Spiel in erster Linie an User die weniger etwas mit der direkten Loksteuerung zu tun haben wollen, aber individuelle Streckenplanungen vornehmen möchten. Dafür dass volle Konzentration erforderlich ist, sorgt das große Verkehrsaufkommen, was zugleich auch jede Menge Streß bedeuten kann. Dabei darf jedoch der grundsätzlich gleich bleibende Spielablauf nicht außer Acht gelassen werden.
Hardwarevoraussetzungen (lt. Hersteller)
CPU: 1 GHz
GPU: 3D Grafikkarte mit mind. 32 MB Videospeicher
RAM: 256 MB
OS (Betriebssystem): Win 98/2000/XP, Achtung: DirectX 9.0c erforderlich
HDD: 500 MB
Hier der Link zur offiziellen Webseite:
http://www.loco-mania.com/
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Dirk Heinrich & Horst Maile