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Datum:
07.09.2010
Zeit:
09:09
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320
 


ProTrain Perfect

Pro Train Perfect



Am Anfang war das Feuer ...

Eine Eisenbahnsimulation geht einen neuen Weg! Die Entwicklung im Computer Bereich hört bekanntlich nicht auf, aber auf dem Computersimulationsmarkt für Eisenbahn scheinen sich nur Gerüchte und Ankündigungen weiter zu entwickeln. Das soll sich mit Pro Train Perfect (PTP) nun ändern! PTP ist und soll in Zukunft die Markenbezeichnung für die deutsche Version vom TSR2006 und deren zukünftigen Addons sein. Dahinter steckt der deutsche Distributor NBG, die mit BSI (Blue Sky Interactive), bekannt für zahlreiche MSTS-Addons (Microsoft Train Simulator), offiziell die deutsche Version des TRS2006 von Auran vermarktet und damit neue Wege geht. Damit erklärt sich auch die Frage, ob PTP ein neuer Simulator ist.



Alles neu macht der Herbst?

Warum nun eine neuer Name? Greg Lane von Auran schrieb über die Gründe im Auran-Forum, dass zum besseren Verständnis, hier stichpunktartig wiedergeben wird. TRS2006 ist eine internationale Version, die in vielen Ländern der Erde von Auran verkauft wird. In einigen Ländern ist man aus Marketing Gründen dazu übergegangen, mit entsprechenden Partnern, eine regionalspezifische Version mit passenden Namen für das jeweilige Gebiet zu vermarkten. Da gibt es z.B. USA mit "Railroad Simulator", England "Railway Simulator" und eine freie Übersetzung der chinesischen Version "Fire Car Simulator".

Aus dem Trockendock

BSI arbeitet schon lange mit Auran zusammen, doch aus der anfangs geplanten Runtimeversion des TRS, ist nun die Vermarktung geworden. Diese lange Erfahrung nutzt BSI nun auch, um auf dem TRS2006 noch eins draufzusetzen. Generell ist das Grundprogramm identisch, aber es ist alles eingedeutscht, neue Screens und neue Funktionen sind enthalten, die mit den Scripting-Möglichkeiten realisiert wurden. Grundsätzlich wird hier über die regionale Version (PTP) berichtet, unterschiede zu der international TRS2006 Version werden angesprochen, soweit sie denn vorhanden sind.

Countdown

Was diese Eisenbahnsimulation generell bietet, ist auch im Testbericht TRS2004 nachzulesen, da das Grundprogramm (Grafikengine) gleich geblieben ist. Es soll hier in erster Linie die Neuerungen beschrieben werden. PTP ist mehr als nur ein Update, wesentlich umfangreicher und zeigt mit qualitativ Hochwertigen, ausgewähltem Material anschaulich, was die Zukunft bringt.

Hier ein kleiner Auszug der Neuigkeiten:

· Neue Fahrphysik, z. B. durchdrehende Räder und Kupplungsbruch bei Überlastung
· Onlinefunktion (keine Mehrspielerfunktion!) die es ermöglicht, über eine Schnittstelle sich gegenseitig Züge online zukommen zu lassen
· Content Manager Plus (CMP), Verwaltung von Content mit Zugang zur
Downloadstation (ca. 50.000 Objekte)
· Animierte Weichen
· Backdrops, sichweitenunabhängige Hintergründe
· Über 50 Regeln für die Aufgaben Erstellung ...


Inhalt

Die DVD-Box fällt etwas dicker aus als sonst üblich und erinnert eher an eine VHS-Kassette. Stattdessen findet man 5 CDs, in entsprechende Halter, mit zwei Handbüchern in der Box.

Das gedruckte farblose Benutzerhandbuch beschreibt leicht verständlich die generellen Funktionen, von Installation bis hin zu den wichtigsten Funktionen von PTP. Nach der Installation befindet sich im entsprechenden Verzeichnis ein ausführliches, digitales Handbuch in PDF-Format, um noch tiefer in die Welt von PTP einzusteigen (s. u. Handbuch).

Ein zusätzliches Handbuch ist ein kleines Tutorial zur Aufgabenerstellung. Hier werden anhand von vier Beispielen anschaulich die Struktur und Aufbau von Aufgaben erklärt. Dieses Handbuch ist für Einsteiger sowie für Fortgeschrittene sehr informativ, insbesondere der unterschied zwischen Strecke und Aufgabe. Natürlich findet man hier auch nützliche Tricks zur Erstellung von Aufgaben. Dieses Lokführer-Betriebshandbuch ist eine Eigenproduktion von BSI und ist nicht in der int. Version enthalten.

Installation

Die erste CD eingelegt und erstmal nach einer Liesmich durchstöbert, Fehlanzeige, na dann scheint ja alles auf dem Laufenden zu sein - später stellte sich heraus, dass die Liesmich auf CD 5 ist.

Nach dem Start der Installation wird empfohlen, die neusten Treiber für Motherboard und Grafikkarte zu verwenden und das man ein eventuelles Virenprogramm, für die Dauer der Installation, abschalten sollte. Nach den rechtlichen Dingen, sprich Lizenzbedingungen kommt die Seriennummer dran, die man erst einmal suchen muss. Fündig wird man auf der Innenseite des Umschlages unter dem Handbuch, raffiniert gemacht.

Tipp am Rande:

Wenn man sich später bei Planet Auran registrieren möchte, wird die Registriernummer abgefragt, hier sollte man sich dran erinnern, dass man im Programm den ersten Block nicht eingeben musste, sondern dieser vorbelegt war mit ATR6 und hier wieder benötigt wird.

Es kommen die üblichen Routinen, wie Verzeichnis aussuchen, Abfrage ob Directx und .Net installiert werden soll. Nach 5 CDs erscheint dann, wenn man möchte und die sich jeder durchlesen sollte, die Liesmich. Besonders ins Auge fällt hier die Einführung, die auf die Wurzeln von PTP hinweisen und Großes erwarten lässt. Es geht dabei um die stützenden Säulen von Auran und den Community Mitgliedern. Die zuletzt Genannten, Opfern ihre Freizeit in tausende von Arbeitsstunden mit Recherche und/oder Bau, um der Eisenbahnsimulation keine Grenzen zu setzen. Ohne ihre Bemühungen würde das Programm in seiner heutigen Vielfalt wohl nicht bestehen.



Nach der Installation befinden sich ca. 3,3GB Daten mehr auf der Festplatte. Konkret nachgeschaut kommt PTP mit 7732 Objekten, davon 30 Routen, 193 Lokomotiven, 326 Waggons, 80 Regeln, etc. daher. Zum Vergleich mit TRS2004 (2989 Objekte, 19 Routen, 301 Fahrzeugen) doch etwas umfangreicher und identisch mit TRS2006. Nicht unerwähnt soll der Zugriff auf die Downloadstation sein, wo sich weitere ca. 50.000 Objekte befinden und nach der Registrierung zum Download bereit steht. Damit alles übersichtlich bleibt, lässt sich das Ganze mit dem so genannten Content Manager Plus (CMP) verwalten, dazu später mehr.

Start

Beim ersten Start wird ein Diagnoseprogramm gestartet, das prüft, ob das System den wichtigsten Anforderungen entspricht. Ansonsten landet man auf dem PTP-Startbildschirm, von hier lassen sich das Hauptprogramm starten, Optionen einstellen, den Content Manager Plus starten (Contents verwalten), die PTP-Website aufrufen, den Extra Ordner öffnen, die Liesmich nochmal begutachten und schließlich für "ach doch nicht" das Programm beenden. Wie in der Anleitung beschrieben, sollte man hier auch das Handbuch aufrufen können, doch diese Option konnte hier nicht entdeckt werden. Mit Klick auf Start findet man sich auf dem Hauptdeck wieder. Ein schöner Hintergrund eröffnet neben den Firmenlogos auch die entsprechende PTP Version (Build 2941) und natürlich den Hinweis, dass es sich hier um PTP handelt. Zum Vergleich die int. TRS2006 DVD Version hat Build 2761.

Um es vorweg zu nehmen, es gibt auf der Homepage von BSI einen Patch zum Programm, dass die ersten wichtigen Fehler beseitigen soll. Damit wird das Programm auf Build 2970 aufgewertet.

Die Auswahl von hier aus sind der Editor, Fahrer, Betriebswerk und PTP Exchange (eine kleine Infobörse, leider die von Mutter Auran). Neu gegenüber TRS2004 ist hier die Tatsache, dass es hier keine Auswahl zu Szenarios mehr gibt, diese finden sich jetzt mit im Fahrermenü und zeigen, das hier die Tendenz hin zu Fahrerspielen geht. Der Unterschied besteht in erster Linie in der Erstellung und in der Flexibilität des Nutzers beim Fahren.



Editor

Ein einfaches Wort für eine Schaltzentrale, in der sich fast alles abspielt. Hier werden Strecken, Fahrerspiele (Aufgaben) und Consist (Züge, Zugverbände) bearbeitet, gebaut, erstellt und aufgestellt.

Als Erstes entscheidet man sich für eine neue Strecke oder eine bestehende Aufgabe, je nachdem, ob man sich im Streckenbau betätigen möchte oder sich den anderen Dingen, wie Aufgaben oder Züge zuwenden möchte.

Beim Streckenbau bedient man sich den Hilfswerkzeugen, die sich in Registertabs am rechten Rand befinden. Mit diesen Werkzeugen ist selbst der ungeübteste User in der Lage sich seine eigne Welt zu modellieren. Ein Handbuch (dazu später mehr) erklärt sämtliche Funktionen und ein kleines Einsteigertutorial hilft zur ersten eigenen Anlage. Die Register sind geordnet nach Topologie, Malen, Objekte, Gleise, Werkzeuge, Welt und Züge. Ins Detail zu gehen würde den Rahmen hier sprengen, aber als Beispiel für eine Vorgehensweise mal eine kurze Notiz: Topologie wählen, Berg erstellen, modellieren, Malen wählen, Texturen aufmalen, Objekte wählen, Häuser, Bäume, etc. platzieren, Gleise wählen und verlegen, Züge wählen und aufstellen, Schnellfahrt wählen und Werk bewundern. Ein paar Mausklicks, einfacher geht es nicht.

Neues in diesem Bereich sind z. B. Backdrops, das sind Hintergründe, die auf Entfernung nicht verschwinden, wie die Landschaft, animierte Weichen und selbst definierte Suchfilter die das Auffinden in den Listen erleichtert.

Für Aufgaben wählt man wie gewohnt eine bestehende Aufgabe oder erstellt eine Neue, wobei man hier eine Strecke auswählt und die erstellte Aufgabe unter einem selbst gewählten Namen abspeichert, die man dann im Fahrermenü unter der entsprechenden Strecke wieder findet. Das Erstellen erfolgt mit so genannten Regeln, die entsprechend platziert, angeordnet und eingestellt eine Aufgabe ergeben. Dafür stehen in der Grundversion 80 Rules zur Verfügung und zum her runterladen noch viel mehr. Damit lassen sich je nach persönlichem Wunsch mehr oder weniger Komplexe oder schwierige Aufgaben erstellen. Zu erwähnen ist noch, dass mit den Regeln auch Einstellungen zum Steuern der Züge, Anzahl der Fahrer, dynamisches Wetter und Startzeit etc. eingestellt werden, alles ist damit möglich.




Mit dem Register Züge platziert man Loks, Wagen oder ganze Zugverbände (Consist) auf den Gleisen. Zugverbände können hier verwaltet und zusammen gestellt werden. Für jede Lok, die platziert wird, wird automatisch ein Fahrer zugewiesen, was sich aber mit den Regeln beeinflussen lässt.

Ist man neugierig, wie seine Arbeit denn nun aussieht, muss man den Editor nicht verlassen. Dafür gibt es die Schnellfahroption (Schnellfahrt), was nix mit Hochgeschwindigkeit zu hat, ist nichts anderes, als dass man sofort ins Fahrerspiel kommt, ohne den Editor zu verlassen, wo man auch wieder zurückkommt, wenn man sich satt gesehen hat.

Wie man sieht, ist der Editor sehr vielseitig und dennoch sehr übersichtlich, man wird nicht von der Fülle der Funktionen erschlagen.

Fahrer

Will man sich von seiner kreativen Phase erholen und sich dem Fahren von Zügen widmen, betritt man den Fahrermodus. Hier werden nun erstmal die Strecken aufgelistet, zu der es mindestens eine Aufgabe gibt. Natürlich kann man von hier auch gespeicherte Spielstände wieder aufnehmen. Hat man sich für eine Strecke entschieden und ausgewählt, werden die dazugehörigen Aufgaben aufgelistet. Bei Auswahl einer Aufgabe zeigt ein kleines Fenster weitere Informationen zu dieser an. Insgesamt werden 58 Aufgaben mitgeliefert, die alle ins Deutsche übersetzt wurden.




Wie schon weiter oben erwähnt, finden sich hier auch die Szenarios (3 Mitgelieferte) wieder. Auran hat sich dazu entschieden so genannte Szenarios nicht weiter zu verfolgen. Das sind Aufgaben, die mittels der integrierten Skriptsprache erstellt werden. Der Ablauf der Aufgabe wird dann von einem kleinen Programm gesteuert. Die Regeln vereinfachen das, sie sind nicht anderes als Scripts, die zusammen gesetzt die gleiche Aufgabe übernehmen.

Betriebswerk

Hier im Schuppen kann man sich alle Fahrzeuge ansehen und bekommt auch bei einigen zusätzliche Informationen. Mit den Steuerungstasten lässt sich jede beliebige Position einnehmen, sodass auch nicht die kleinste Niete verborgen bleibt, wenn sie denn vorhanden sind. Zusätzlich lassen sich Licht und Horn bedienen.

PTP Exchange

Es öffnet sich ein kleiner Minibrowser der über Neuigkeiten informiert. Diese Informationen kommen von Auran und sind in Englisch. Schön wäre natürlich, wenn BSI die deutsche Fangemeinde mit eigener Seite informieren würde, was aber wohl Mutter nicht gerne sieht und möglicherweise auch zu Verwirrungen führen könnte. Aber vielleicht gibt BSI ja auch Infos über diese Seite weiter.

Content verwalten

Eines der wichtigsten und mächtigsten Neuerungen von TRS2006/PTP ist der Content Manager Plus (CMP). Das Datenbankprogramm erleichtert die Arbeit und das Finden mit den zigtausend Objekten. Dabei ist die Verwaltung nicht auf das Material, das sich auf dem Computer befindet, begrenzt, nein auch das, was auf der Downloadstaion liegt, kann hier angesehen und heruntergeladen werden. Aber nun Schritt für Schritt.





Mit diesem Programm kann mit Sortier- und Abfragefiltern Content (gesamte Bezeichnung von Objekten, Fahrzeugen, Regeln etc.) geordnet werden. Der Inhalt der Downloadstation kann nach Registrierung bei Planet Auran angezeigt werden, ohne die Seite im Internet zu besuchen. Auch hier sind die Sortier- und Abfragemöglichkeiten gegeben. Gefällt das Gesuchte, kann es heruntergeladen werden und der CMP installiert es. Hat man zum Beispiel eine eigne Strecke erstellt, kann man diese archivieren und/oder von hier aus auf die Downloadstation hochladen. Möchte man einige Strecken nicht ständig mitgeladen bekommen, schaltet man dies ab, doch dabei ist zu beachten das eventuell Content in noch in anderen Strecken verwendet wird und nicht abgeschaltet werden darf. Mit ein bisschen Übung erlangt man aber die Erfahrung, um damit umzugehen, wie in diesem Fall, in dem man nicht Benötigtes abschaltet und bei dem noch gewünschten Strecken z.B. nachschaut, ob noch alles zugeschaltet ist. Man findet leicht zusammengehörende Assets und fehlerhaftes Content, was man dann bearbeiten kann.

Nicht unerwähnt bleiben soll die Tatsache, dass der CMP auf ein paar wenige Systemen Schwierigkeiten macht, trotz Patch. In den einschlägigen Foren findet man dazu hilfreiche Tips und Auran/BSI ist bemüht, auch diese Probleme mit einem Patch zu lösen.

Da der CMP, wenn er läuft, ein mächtiges Werkzeug ist, bewerten wir die Sache nicht übermäßig, insbesondere da hier garantiert nachgebessert wird.

Paintshet ist ein Programm, mit dem Züge eigene Farbvarianten und Beschriftungen gegeben werden können, und ist automatisch mitinstalliert. Der Zugriff ist nun vom CMP möglich.

Hat man selbst ein Objekt erstellt, hilf auch der CMP, um eine entsprechende Config.txt zu erstellen. Diese Datei ist bei jedem Objekt erforderlich und enthält wichtige Informationen die PTP benötigt, um es darzustellen. Im CMP ruft man dafür den Content Creator Plus (CCP) auf, der durch die wichtigsten Schritte leitet.




Der CMP ist etwas gewöhnungsbedürftig, erst durch Experimentieren lernt man die Vielseitigkeit des CMP kennen und schätzen. Das derzeitige Problem besteht in der Tatsache, das es bisher beim bisherigen Content zu keiner Überprüfung auf Fehler und Logik gab und sich nun als fehlerhaftes Content entpuppen kann. Meist sind es aber nur Kleinigkeiten, wie z.B. Syntaxfehler, die PTP ignoriert und trotzdem darstellt.

Wer TrainzObjectz beim TRS2004 verwendet hat, findet sich schnell zurecht, leider wird er auch einige Funktionen vermissen, worüber andere, zusätzliche Funktionen hinwegtrösten können.

Handbuch

BSI hatte schon angekündigt, dass man auf die Qualität der Übersetzung des Handbuches wert legt. In der Installation liegt eine PDF-Datei bei, die eine 1:1-Übersetzung vom Handbuch der TRS2006 Version enthält. Die Übersetzung weist die nicht sonst typischen Übersetzungsfehler auf und ist sauber wiedergegeben. User, die extra auf die deutsche Version gewartet haben, werden mit dem ausführlichen und verständlichen Handbuch belohnt. Was in der TRS2004 Version einzelne Handbücher waren, ist jetzt ein überarbeitetes 165 Seiten (DinA4) starkes Handbuch. Alle Bereiche werden, auch mit Beispielen, detailliert erklärt.

Zu der gedruckten Form des Handbuchs, wurde weiter oben schon kurz eingegangen.

Es gibt auch zusätzliche elektronische Dokumentation von Dritten, die selbst Content erstellt haben, die jedoch in Englisch ist. Eine Übersicht über die Tastaturbelegung, für den Editor und für den Fahrermodus, runden die Sache ab.

Strecken/Aufgaben/ Fahrzeuge

Neben schon aus TRS2004 bekannten Strecken geht man hier auch neue Wege. Mit drei Demostrecken gibt es zusätzlich Einblick in die Möglichkeiten der Payware Addon Szene.

Hier die wichtigsten Highlights:

· Demo Payware! Die mit Spannung erwartete Strecke Dresden-Nürnberg als zweites Addon von BSI, Details werden wohl zu einem späteren Zeitpunkt folgen.
· Demo Payware! Marias Pass bekannt aus Funk und Fernsehen, quatsch MSTSler kennen die Strecke, werden sich auch wieder zurechtfinden, aber in Qualität und Detailreichtum nicht zu vergleichen. Es wurde auch das komplette Addon zu Testzwecken installiert, was genauso abläuft wie in TRS2006, es gab keine Probleme. Weitere Infos: HP Trainz
· Demo Payware! Modula City, einfach Klasse gemachte Stadtszene und National Park, mit Straßenbahn. Hier liegt der Schwerpunkt Stadt und Nahverkehr, aber echter Hingucker ist die Ausstattung bei Nacht, mit den Lichtern einer Großstadt. Weitere Infos: Trainzland
· Hawes Junction ist eine englische Strecke, fein Detaillierte mit interessanten Möglichkeiten der Scriptprogrammierung. Weitere Infos: Rail-Sim.co.uk
· Iberia Interior 4 eine nordspanische Strecke, die die Möglichkeiten von Portalen nutzt, um damit wechselnden Verkehr darzustellen. Super gemacht, muss man sich anschauen! Über das Team ist auch eine Übersetzung eines Interviews auf der TRS2006 Seite zu lesen. Weitere Infos: IBerTrainZ
· Das Maglev Projekt verlässt die ursprüngliche Schiene und zeigt das Einsatzgebiet eines Transrapid Magnetschwebezug. Es sind drei Städte miteinander verbunden, die mit dem Hochgeschwindigkeitszug zu bedienen sind, nur Fliegen ist schöner.
· Northbay County taucht in die Welt der schmalen Spur ein. Es sind zwei Spurweiten enthalten und in einer idyllisch wirkenden Landschaft, kann man mit sehr viel liebe erstellte Shay und Garrat Dampflokomotiven fahren. Die Aufgaben kann ich nur empfehlen, kein Fahrplan, keine Zwangsbremsung Beinträchtigen das Träumen in der unberührten Landschaft. Es ist die Arbeit der Trainz NarrowGaugers, die eine inzwischen weltweite Fangemeinde bilden. Weitere Infos: Trainz NarrowGaugers
· Toronto Rail Lands 1954 eines der größten stadtnahen und geschäftigsten Rangierbahnhöfe der Welt. Ein kanadischer Bahnhof der Superlative, die von einer Gemeinschaft im Originalzustand von 1954 nachgebaut wurde. Gigantisch, auch die Anforderung an den Rechenknecht. Ein Interview in Deutsch gibt es auch auf der TRS2006 Seite. Weitere Infos: Toronto Railway Historical Association
· Tidewater eine altbekannte und gern benutzte Strecke wieder dabei, neu ist, dass es eine geteilte Version gibt. Es dient der neuen Funktion iTrainz, mit dieser Funktion ist es möglich das sich Spieler über das Internet Züge "zuschicken" können, wird extra besprochen. Tidewater North und South erfordert zwei Dispatcher, Tidewater Point Rail ist die komplette Version. Die Aufgaben sind neu, es wird eine Füllstation für Dieselloks dargestellt, wo ein beweglicher Zapfhahn punktgenau den Tank befüllt. Big Steam zeigt eindrucksvoll die neuen physikalischen Eigenschaften der durchdrehenden Räder. Ein Big Boy mit vollem Zug ist in einer Schräge in Fahrt zu bringen, was nicht ganz einfach ist.
· Last, but not least ist die australische Fantasiestrecke Razorback Classics zu erwähnen, auch ein Klassiker. Diese Strecke hat eine eigne Fangemeinschaft und Internetseite. Wenn man sich dort anmeldet, kann man eine Karriere starten und entsprechende Aufgaben herunterladen. Als Beispiele sind die einzigen Szenarios enthalten, so kann man sich vorstellen, was einen in der Karriere erwartet. Die Anmeldung kann eingeschränkt kostenfrei genutzt werden, uneingeschränkt ist money nötig. Die Strecke gibt es inzwischen als Version 6 und sehr schön anzusehen und sehr umfangreich. Weitere Infos: Razorback Living Railway


Es sind nicht alle Strecken aufgeführt, TRS2006/PTP ist sehr umfangreich geworden und das sind die wichtigsten Neuheiten! Beachtenswert ist dabei, dass die Qualität stark gestiegen ist und der Ausblick auf zukünftige Addons hoffen lässt.




Die Fahrzeugliste ist sehr lang und zu jeder passenden Strecke eine ausreichende Auswahl vorhanden. Je nach dem wie der Autor es möchte, sind diese mehr oder weniger detailliert ausgestattet. Da das Führerhaus auch in 3D dargestellt wird und sehr viel Aufwand damit verbunden ist, kann es sein das man sich in einem leeren Führerhaus wiederfindet und andere wieder sehr akribisch nachgebildet wurden. Nicht alle Loks können betankt werden und nicht alle Wagen haben eine Passagieransicht, das sind Details, die der Erbauer schon beim "Bau" berücksichtigen muss und (meist) nicht nachtäglich realisiert werden kann. Der Sound der Fahrzeuge ist nicht das Gelbe vom Ei, so sind die Motor-/Dampfgeräusche nicht mit der Geschwindigkeit synchron. Dafür kann man Drehgestelle mit einem Sound versehen.

iTrainz

Was ganz was Neues ist das iTrainz-Chat und iPortal, was die User via Internet zusammenrücken läst, aber nicht mit einem Multiplayerspiel zu verwechseln ist. Man stellt sich das nun so vor, dass man seine eigene Strecke/Region hat und als Dispatcher die Züge an andere Dispatcher in deren Strecke/Region schickt und umgekehrt und das alles per Internet. Werden diese beiden Regeln in die Aufgabe eingebunden, kann man mit anderen registrierten Nutzern bei Planet Auran (erfolgt mit der Onlineregistrierung des Programms) kommunizieren und den Austausch von Zügen durchführen. iChat ist die Plattform um mit andere zu "chatten", dabei kann man Listen mit Freunden, Bekannten verwalten und Nachrichten Online austauschen. Eine Einrichtung hält sich in Grenzen und wird auch vom Anfänger bewältigt. iPortal ist die zweite Schnittstelle, die erforderlich ist, um Züge zu verschieben. Die Einstellungen hierfür werden im Handbuch erklärt und in den Foren findet man nicht nur Hilfe sondern auch die Partner für eine "iUnion Railway" - sollte ich mir den Namen schützen lassen? Vielleicht werde ich dann Tycoon im PTP-Land (abschweifende Gedanken des Autors ;-) ). Das Portal wird mit auf der Strecke installiert, vorzugsweise am Ende seiner "Strecke", was dann der Checkpoint ... ist. Es ist völlig egal, wie die eigene Strecke aussieht, nur die Einstellungen für das iPortal ist wichtig. Abgesehen vom Übergang, der Platz für die ankommenden Züge haben sollte, sonst kommt man schnell ins Schwitzen. Mehrere iPortale bringen Aktion. Eine feine Sache für Onlinebahnverwaltungen, die wohl die Möglichkeiten noch entdecken müssen!



Unterschiede TRS2006/PTP

Der einzig größere Unterschied ist, dass BSI wie angekündigt bei seinen Addons, so auch hier in der Demo, die frei bewegliche Kamera im Simulations-Modus sperrt. Das bedeutet aber nicht, dass man gänzlich darauf verzichten muss. Der DCC-Modus ist bei der Dresden-Nürnberg-Demo so auch nicht mehr vorhanden, sondern ist der Simulationsmodus, der dem Standard Modus fast gleich ist, nur eben die frei bewegliche Kamera ist gesperrt. Beim Auswahlbildschirm ist noch die Rede von "Optimierungen für eine noch bessere Simulation", diese Optimierung konnte hier nicht erkannt werden. Der Trafo ist in der oberen rechten Ecke verschwunden und die Physik ist die gleiche wie im Standard Modus und damit der Modellbahncharakter verbannt. In den Aufgaben benutzte Abfrage nach Cab- oder DCC-Modus funktionierte hier aber auch noch. Etwas stören und verwirrend wirkt sich hier die doppelt Abfage aus.



Kurz gesagt, deutsch/englisch ist der Unterschied. Die Splashscreens sind anders, sehen schöner aus, aber über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Sonst versäumt aber, bis auf die Kleinigkeiten, weder der eine noch andere User etwas.

Leider ist die Übersetzung im Programm nicht besonders gut gelungen, da werden schon mal Halten der Bremse mit Füllen verwechselt und es passt auch mal die Übersetzung nicht in der Länge auf das Bild.

Umsteigen vom MSTS = ?

Allen MSTS-Usern brennt eines unter den Fingernägeln: die Unterschiede zwischen dem MSTS und PTP! Und da uns die Frage genauso interessiert, gehen wir im folgenden Abschnitt darauf ein.

Zur besseren Übersicht gliedern wir diesen Bereich in einzelne Themen auf:

1. Objekte. Dazu können wir nur feststellen, es gibt im MSTS großartige Modelle, speziell beim Rollmaterial, wie dies auch für PTP zutrifft. Und wer sich über platte 2D-Objekte beim MSTS wundert, der kann darüber rätseln, weshalb bei PTP ein paar Loks aussehen, als entstammen sie einer halbfertigen Fabrik. Grundsätzlich geht PTP aber bei den Modellen eigene Wege und kann modernere Grafikleistungen ausnutzen.
2. Ansichten. Sind beim MSTS bekannt, Führerstand, Personenwaggon, Außenansichten. Hier kann PTP natürlich mehr bieten. Im Führerstand ist eine 360-°-Drehung möglich, sowie der Blick an die Decke und den Fußboden. Der Wechsel der Sichten ist aufwendiger als beim MSTS, bietet aber mit der freien Kameradrehung mehr Standardeinstellungen (geht beim MSTS nur über Raildriver oder muss als Zusatzprogramm eingerichtet werden). Die Einstellung der freien Außenansicht lässt bei PTP den Ausflug ins Gelände zu. Das Hinauslehnen aus dem Führerstand ist nur mit einer Änderung in einer Startdatei möglich.
3. Simulationsstatus. Im MSTS geht es um das Fahren. PTP ermöglicht, wie bekannt, weit darüber hinausgehende Elemente, die z. B. das Fernsteuern des eigenen Zuges zulassen. Außerdem sollte man nicht, man kann es sehr wohl, abfahren, wenn die Güterwaggons erst halb beladen sind.
4. Fahrsimulation. Wer sich im MSTS im Führerhaus daheim fühlt, kann auch in PTP fahren? Ja na, mit etwas Glück vielleicht. Die Bedienung orientiert sich, bei beiden Simulationen, in erster Linie an der Tastatur. Rote Signale können teilweise in PTP überfahren werden, was eine Zwangsbremsung auslöst. Danach kann die Fahrt jedoch wieder fortgesetzt werden, auf die möglichen Folgen werden wir hier nicht weiter eingehen. Grenzenlos, im Grunde einmalig, ist die Fahrphysik in PTP umgesetzt. Wer mit dem ICE-T im Cockpit unterwegs ist, darf sehen, wie sich der Zug in die Kurven neigt. Je schneller umso mehr. Und da geht was ab, nicht nur der Zug, auch wir gehen mit. Ein freier Fall vom Stuhl nicht ausgeschlossen. Zwangsbremsungen sind auch die Folge bei nicht rechtzeitiger Verzögerung von Streckengeschwindigkeitsreduzierungen.
5. Führerstand. Die Steuerung der Züge ist für MSTS-User etwas ungewöhnlich, aber ohne weiteres umsetzbar. Der Fahrplan kann auch eingeblendet werden, dass ein Verspätungs-Icon kam, obwohl ich überpünktlich war, müssen wir mit dem FDL'er noch klären. Wer den Tachometer in PTP nicht gut ablesen kann, einfach im Führerstand ranzoomen. Im Grunde sind im MSTS wie auch in PTP fast die gleichen Lokführerinformationen vorhanden, mit den natürlichen Unterschieden im Aufruf und Aussehen. Die Hinweise für den PTP-Lokführer sind dabei aber umfassender. Mit Drücken der Taste S kann in PTP der Leistungshebel auf Stellung "0" gebracht werden. Dies ist eine feine Einrichtung. Der Hauptunterschied aber ist der Streckenmonitor.
6. Einen Streckenmonitor gibt es z.Zt. nur als zusätzliche Regel auf der DLS zum Herrunterladen. BSI werkelt aber auch schon an einer eigenen Version des Streckenmonitors. Hier hilft erstmal nur die Streckenkarte weiter. Die Kartendarstellung lässt den - zoombaren - Blick auf die Strecke, alle Züge (mit Namensbezeichnung), die Stellung der Signale und Weichen, Geschwindigkeitsanzeigen, Haltestellen, Gleisanlagen und Industrieobjekte zu. Die Karte funktioniert zwar nicht so wie der Streckenmonitor, kann diesen aber Ersetzen, ist nur etwas gewöhnungsbedürftiger und unkomfortabler. Da kein Buchfahrplan vorhanden ist, kann ohne die Verwendung der Karte nicht gefahren werden. Zumindest einer der Testberichtautoren hat es nicht geschafft.
7. Fahren. Erfolgt bei PTP logischerweise ein wenig anders als beim MSTS. Insgesamt wird das Fahren beim moderneren PTP dadurch aber nicht leichter, auch weil PTP über Features verfügt, von denen der MSTS-Fahrer nur träumen kann oder sie aber nie vermisst hat. Die Personen auf den Bahnsteigen erscheinen und verschwinden wieder, was den Eindruck vermittelt, sie sind an den bei der Bahnsteigkante offenen Türen in den Zug ein- oder ausgestiegen. Der Vergleich zwischen MSTS und PTP kann nur hinken, erst recht, wenn wir die beiden als Mutter und Kind betrachten. Das ist auch nicht unsere Absicht. Bekanntermaßen gibt es im realen Leben das Phänomen der Abnabelungsproblematik. Das ist nicht gemeint, wenn Frank, Peter, Luise, Joe oder wie die virtuellen Tf's auch immer heißen mögen, gerne auch wieder auf einen Besuch nach Hause kommen.


Mindest Systemanforderungen

Pentium IV 1.5Ghz (oder gleichwertig)
512 MB RAM
64 MB 3D Grafikkarte (NVIDIA GeForce oder gleichwertig)
DirectX 9.0 oder höher
Ca. 4GB Festplattenspeicher
Verfügbare Einstellungen:
800x600 Anzeigeauflösung
32 Bit Color Depth


Hier ist noch zu erwähnen, dass die Sichtweite im Simulator dabei ~1500m liegt. Für Hightech Geräte kann, wer möchte, mit einem Freewareprogramm die Sichtweiten erhöhen, für scharfe Augen und Weitsicht, zulasten der Performance.

Ständiges nachladen kann mit mehr an Arbeitsspeicher (ab 1 GB) reduziert werden und die Grafikleistung mit einer 128 MB 3D Grafikkarte verbessert werden. Unterstützt die Karte Open GL, kann dieser Modus verwendet werden und eine größere Auflösung gibt ein feineres Bild.



Softwaremäßige Einstellungen sind im Spiel änderbar und beziehen sich auf Detaillierung, Aufbau und Sichtweiten. Damit ist PTP weit aufgestellt, um auf eine breite Plattform zu laufen, allerdings müssen in der geringeren Ausstattung abstriche in der Darstellung in kauf genommen werden.

Fazit/Ausblick

Pro Train Perfect ist bis zur Treibstange poliert und fertig den deutschen Markt zu erobern. Ob das gelingt, hängt nun von den Käufern ab und mit dem erscheinen des ersten deutschen Addons, aus demselben Hause. Die Verkaufszahlen werden es zeigen!

BSI hat weitere Neuerungen mit jedem Addon angekündigt, Stichworte sind Karrieremodus, Störung und Wartung von Fahrzeugen, dynamische Aufgaben, Streckenmonitor, PZB 90 ...

Einsteigen, Türen schließen, Vorsicht bei der Abfahrt, das Zug-Simulator.de -Team sitzt schon drin. Wir wünschen eine gute Fahrt!

Dieser Testbericht stellt die freie und unabhängige Meinung der Autoren dar.
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Jürgen Herzog / Horst Maile / Dirk Heinrich

geschrieben am 16.05.2006
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