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Statistik
Datum:
07.09.2010
Zeit:
09:30
Seitenaufrufe heute:
347
 


Kuju Railsimulator - Testbericht

Railsimulator (KRS)



Testbericht



Allgemeiner Testbericht zum KRS

Die Einleitung

Endlich ist er da, der Railsimulator aus dem Hause EA (Electronic Arts). Ob er jetzt der Nachfolger des TS ist oder nicht, er wird sich daran messen lassen müssen. Und um es gleich vorweg zu nehmen, im Vergleich dieser beiden Simulatoren ist vieles gleich und doch alles ganz anders.

Entsprechend der langen Entwicklungszeit präsentiert sich der Railsimulator optisch mit der Grafikengine absolut auf der Höhe der Zeit, insbesondere bei höheren Settings in den Grafikoptionen. Aber auch der Sound bietet Leckerbissen, allerdings nur für die Besitzer entsprechender Hardware (Soundblaster X-Fi, was nicht nur den Prozessor entlastet). Wer nicht über diese Hardwarekomponente verfügt, wird sich hier nur mit dem üblichen begnügen müssen.

Die Installation

Erfordert Zeit und Platz. Und lässt die Erwartungen steigen. Die Installation erfordert 3,1 GB Platz auf der Festplatte. Dabei lässt die Installationsroutine keine Auswahl über Vollständigkeit, es wird alles auf die Platte gepackt und entsprechend der Hardware des Rechners konfiguriert. An diese Parameter lässt sich später aber problemlos Hand anlegen.

Der Spielstart

Die DVD (entsprechendes Laufwerk ist also Voraussetzung) muß während des Spieles im eingelegt sein, startet nicht selbst. Der Start erfolgt über das Desktop-Icon oder über den Programmaufruf. Älteste Laufwerke könnten an dieser Stelle unter Umständen Probleme verursachen.

Beim Spielstart besteht die Möglichkeit direkt auf die Grafikeigenschaften zuzugreifen, noch bevor das Spiel beginnt (dafür hat der User 10 Sekunden Zeit). Dies stellt eine Art Notfallzugriff dar, falls die Simulation nicht startet.



Nach dem Spielbeginn erscheint das Hauptmenü im KRS. Dort erscheinen 3 Auswahlmöglichkeiten

Strecken
Optionen
Credits

Über Optionen ist der Zugriff auf folgenden Einstellungen möglich:






Grafik
Sound
Erweiterte Optionen (= erweiterte Grafikeinstellung) und
Spieloptionen (= hier wird unter anderem der Steuerungsmodus festgelegt [Anfänger, Fotgeschrittene und Experte]

Über den Zugriff auf Strecken kommt der User zum Fahren. Hier erfolgt die Streckenverwaltung und der Zugriff auf die Aufgaben, im KRS Szenarien genannt.

Das Fahren

Im Railsimulator sind insgesamt 4 Strecken enthalten.

Oxford - Paddington mit 4 Szenarien, in unserer aktuellen Epoche nachgebilder
Bath Green Park - Templecomb mit 5 Szenarien, Zeitpunkt ca. 1955
Newcastle - York mit ebenfalls 5 Szenarien, Zeitpunkt die 70er Jahre und
Hagen - Siegen, die einzige deutsche Strecke, mit 5 Szenarien und den späten 90er Jahren.

Die Strecken hinterlassen einen ausgezeichneten Eindruck, wobei es immer wieder vorkommt, dass die Gleise schweben. Hier besteht für die Entwickler noch etwas die Möglichkeit zur Nachbearbeitung.









Die Fahrsimulation startet außerhalb der Lok. Über die Taste 1 kommt der virtuelle User in den optisch gut gestalteten Führerraum. Leider fehlt ein Buchfahrplan vollständig, so dass das Fahren ohne die Lokführerinformation (im TS: Streckenmonitor) praktisch nicht möglich ist. Auch ein Fahrplan ist in der bekannten Form aus dem TS im KRS nicht zu finden. Das führt insofern zur einer Nuancierung, da eine Verspätung beim Abfahren, oder das Warten an Halt zeigenden Signalen, bei der Ankunftzeit einfach hinzuaddiert wird.

Eine wichtige Veränderung hat der Fahrtrichtungshebel erfahren. Ein einfacher Tastendruck genügt zur Auswahl nicht, die Taste muß lange gedrückt werden. Sämtliche erforderlichen und notwenigen Informationen erhält der User über das Technische HUD (F5) die Taste muß jedoch 2x betätigt werden um die vollständigen Infos anzuzeigen.

   

Im Führerstand sollte daher die Lokführerinfo (F3) das einfache HUD (F4) und das tech. HUD (F5) aufgerufen werden, dann steht der Abfahrt praktisch nichts mehr im Wege.

Die Szenarien

Die Aufgaben sind im KRS deutlich komplexer und umfangreicher geworden. Hier steckt ein erhebliches Potenzial in der neuen Simulation. So kann z.B. eingerichtet werden, dass mehrere Aufgaben hintereinander abgefahren werden müssen, um die Szenarien zu erfüllen. Durch die Wendezugmöglichkeit ist ein Lokwechsel und eine Rückfahrt problemlos möglich. Hier setzte der TS deutliche Grenzen. Auch der Führerstandwechsel ist grundsätzlich eingebaut.






Was bei den Aufgaben etwas irritiert ist die Tatsache, dass der Zug "vom rechten Weg" abkommen kann. Im den Szenarien kann es vorkommen, dass der Lokführer die Weichen selbst stellen muß. Der korrekte Fahrweg wird zwar in der Lokführerinfo angezeigt, die Weichen können aber, speziell bei Güterzugszenarien, anders stehen. Beachtenswert für User der deutschen Einsenbahnsimulatoren ist, dass praktisch alle Zugsicherungssysteme fehlen. Sogar der einfache Sicherheitsfahrschalter ist nicht vorhanden. Die Testberichtautoren gehen jedoch davon aus, dass die Aktivierung und Verwendung diverser Zugsicherungssysteme in der Simulation grundsätzlich verfügbar ist. Hier kann man nur auf die add-ons warten und gespannt sein, in wieweit die Sifa, PZB oder LZB eingebaut bzw. Verwendung finden. Sicher wird da eine ganze Menge an Funktion möglich sein, zumal im Führerstand selbst, die Systeme erkennbar sind.



Bei den "Freien Fahrten" in den Szenarien ist keine Auswahl über Tageszeit oder Startpunkt möglich. Das wird von der Simulation vorgegeben. Auch das Wetter in den Szenarien ist nicht einstellbar, in den Aufgaben selbst aber komplett dynamisiert, wobei sich dunkle Wolken mit Aufheiterungen schon sehr oft abwechseln.

Etwas unübersichtlich sind die Aufgabenstellungen bei den Güterszenarien, wo zwar der Fahrauftrag zur Abholung der Waggons erteilt wird (mit 10-stelligen Nummern), aber nicht gesagt wird, wo das Rollmaterial auf den zum Teil recht umfangreichen Bahnanlagen zu finden ist.

Recht gut gemacht ist dagegen der Wartebalken der über die Lokführerinformation anzeigt wie lange das Be-und Entladen (auch mit Passagieren) noch dauert. Übrigens kann auch die aktuelle Steigung oder das Gefälle einer Strecke abgefragt werden.

Das Rollmaterial

Das Rollmaterial kann als gut gelungen bezeichnet werden. Die Fahrzeuge und Wagen sind einwandfrei gemacht worden, und in den höheren Grafikeinstellungen auch recht gut anzusehen, wobei sich die Türen eigenartig öffnen und auch die Schatten manchmal seltsame Schattierungen werfen. Menschen können durch Objekte hindurchgehen und den Loks fehlt das Licht. Dafür entschädigt der Führerstand mit seinen vielen Einstellungen ohne aber die Gegebenheit sich frei dort bewegen zu können.

Etwas sparsam ist die Ausstattung ausgefallen. Im Grunde werden 3 englische Dieselloks verwendet, darunter jedoch der einwandfrei modellierte und ausgezeichnet zu fahrende Inter-City 125.

Für Fans der deutschen Community wird's noch übersichtlicher, leider sind nur 2 Loks und genauso viele Waggonarten enthalten, wobei die BR 101 gut gefällt und das Bedientableau der 294 umfangreich ausfällt. Daß der Sound der Hupe künstlich klingt schieben die Testberichtautoren auf den Hardwaresoundchip.









Die Signale

Die deutschen und englischen Originalsignale sind vorhanden und hinterlassen einen etwas zweideutigen Eindruck. Einerseits funktioniert die Signalstellung einwandfrei und die Signale sind in den recht hellen Nächten auch gut erkennbar (wie bereits erwähnt letztendlich nur mit Hilfe der Lokführerinformation) andererseits funktionieren entweder die Zugbremsen zu schlecht oder die Blockabstände sind zu gering. Ach ja, das Überfahren roter Signale ist möglich, zwar nicht erlaubt und im Abschlußbericht der Szenarien auch entsprechend kommentiert, aber es führt nur zur Schnellbremsung und nicht zum Simulationsabbruch. Bei der Gelegenheit ein Tipp der Testberichtautoren: einfach Weiterfahren macht keinen Sinn! Spätestens bei der nächsten Weiche ist dann ohnehin Schluß weil diese "falsch" gestellt sein kann und dann der Zug zum entgleisen kommt, da diese Option nicht deaktiviert werden kann.

Zusammenfassung

Der Railsimulator hat ein großes Potenzial, keine Frage. Dieses aber weiter zu entfachen dazu werden die Add-ons ihre Chance bekommen. Ein wenig Schade ist, dass das Aufrüsten der Loks durch den virtuellen Tfz unter den Tisch gefallen ist, und auch kein freies Bewegen im Führerstand möglich ist. Die Einstellungen der Kameransichten sind dagegen deutlich umfangreicher geworden, hier kann die Kamera mit der Tastenziffer 8 vom Objekt gelöst und ein Ausflug ins Gelände gemacht werden. Beachtet werden sollte noch, dass die Tastenkombinationen mit Ziffern aus dem Nummernblock überwiegend nicht funktionieren.

Erfreulich sind die umfangreicheren Szenarien, die mit dem KRS umgesetzt werden können, während einige bekannte Funktionen aus dem TS vermisst werden.

Insgesamt aber ist anzuerkennen, dass selbst ältere Rechner mit dem KRS zurecht kommen. Zwar wird mit der Mindestkonfigurationsausstattung das Ende der Fahnenstange erkennbar sein, aber selbst auf einem Rechner mit 1,8 GHz war ein praktisch ruckelfreies Fahren bei in der Regel mindestens 15 Frames möglich (Tastenkombination Shift+Z). Ob das für kommende Add-ons auch noch gilt, darf bezweifelt werden.

Hardwarevoraussetzung laut Hersteller

OS: XP oder Vista
CPU: 1,7 GHZ oder schneller
RAM: 512 MB
HDD: 6 GB
DVD-Laufwerk, mind. 8-fach (Achtung: keine CD!)
GPU: 64 MB Videospeicher, unterstützt wird Geforce FX 5200 oder besser und Radeon 9500Pro oder besser
DX: Version 9.0c ist erforderlich

Auf Laptops mit diesen Grafikeinheiten kann die Simulation laufen, obwohl diese nicht unterstützt werden.

Abschluß

Die Ausstattung der Simulation ist etwas knapp ausgefallen. Gerade mal 4 Strecken mit 15 (echten) Szenarien sind enthalten, da hätte mehr geboten werden können.

Ausgeliefert wird das Produkt als DVD in einer SlimCase Verpackung mit einem knappen 16-seitigen Handbuch (inkl. Produkt Code, eine weitere Freischaltung für Erweiterungen oder Registrierung ist nicht erforderlich) und einer 4-seitigen Übersichtsabelle für die wichtigsten Bedienbefehle, sowie einem Werbezettel eines Verkehrsunternehmens, das zur Zeit besonders im Nahverkehr für Schlagzeilen sorgt.

Keine Frage, der Trainsimulator ist Erwachsen geworden, ob es zur Volljährigkeit als Railsimulator reicht, werden wir mit Spannung beobachten.

Dieser Testbericht stellt die freie und unabhängige Meinung der Autoren dar.
Für den Inhalt ist daher nicht der Inhaber der veröffentlichenden Website verantwortlich.
Bei den im Testbericht verwendeten Markenbezeichnung handelt es sich um geschützte Markennamen der jeweiligen Inhaber.

Dirk Heinrich & Horst Maile
geschrieben am 23.10.2007
gelesen 33252
Seiten: 1
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